Warum ist der Weg in Führungspositionen für Frauen teilweise immer noch schwieriger?
Nicht, weil Frauen grundsätzlich weniger führen wollen oder können. Ein Teil der Erklärung liegt in Strukturen und kulturellen Erwartungen, die über Jahrzehnte entstanden sind. Führung wurde lange stärker mit Eigenschaften wie Durchsetzungsfähigkeit, Dominanz und Autorität verbunden – Eigenschaften, die gesellschaftlich zugleich eher Männern zugeschrieben wurden. Psychologisch wird das als mangelnde Passung zwischen dem traditionellen Bild von „Frau“ und dem traditionellen Bild von „Führungskraft“ beschrieben. Hinzu kommen ganz konkrete organisationale Mechanismen. Der aktuelle „Women in the Workplace“-Report zeigt beispielsweise weiterhin eine Lücke bereits beim ersten Schritt ins Management. Frauen erhalten zudem teilweise weniger Sponsoring und Unterstützung durch einflussreiche Personen, die Türen öffnen und für Beförderungen eintreten. Für unser Training heißt das: Wir erklären nicht alles zum persönlichen Problem einer Frau. Wir schauen gleichzeitig auf Person, Rolle, Organisation und die Dynamik des Systems, in dem sie führt.
Wenn ich klarer und direkter auftrete: Muss ich dann mit negativen Reaktionen rechnen?
Ja, das kann passieren. Und diese Frage gehört für mich unbedingt auf die Seite. Forschung beschreibt seit Jahren einen sogenannten Double Bind: Eine Frau kann als „zu weich“ wahrgenommen werden, wenn sie sehr verbindlich auftritt – und als „zu hart“, wenn sie deutlich, dominant oder sehr direkt führt. Catalyst beschreibt außerdem das Muster „kompetent, aber weniger sympathisch“. Studien zu Backlash zeigen ebenfalls, dass offen dominantes Verhalten bei Frauen teilweise negativer bewertet wird als bei Männern. Die Konsequenz daraus darf aber nicht sein: „Dann sei eben weniger klar.“ Darum geht es im Training vielmehr um die Frage: Wie kann ich klar Position beziehen, Grenzen setzen und Entscheidungen vertreten, ohne meine Persönlichkeit zu verbiegen? Wir arbeiten an Sprache, Wirkung, Beziehungsgestaltung und situativer Klarheit. Nicht damit Frauen angenehmer für andere werden, sondern damit sie ihren Handlungsspielraum bewusst nutzen können.
Warum haben manche Frauen trotz Erfahrung das Gefühl, sich immer wieder neu beweisen zu müssen?
Auch dafür gibt es einen gut beschriebenen Hintergrund. Catalyst spricht von einer höheren Kompetenzschwelle: Frauen in Führungspositionen können stärker unter dem Druck stehen, Kompetenz wiederholt nachweisen zu müssen. Gleichzeitig zeigt aktuelle Forschung weiterhin Unterschiede bei Sponsoring, Beförderung und Zugang zu Entwicklungsmöglichkeiten. Das kann sich im Führungsalltag sehr unterschiedlich zeigen: mehr Vorbereitung als eigentlich nötig, Entscheidungen mehrfach absichern, sehr ausführlich begründen oder den eigenen Beitrag weniger offensiv sichtbar machen. Das Training soll daraus aber kein „Frauen machen das falsch“-Narrativ machen. Wir schauen differenziert: Wo hilft Gründlichkeit? Wo wird sie zur Absicherung? Wann braucht es mehr Sichtbarkeit, Position oder Entscheidungskraft? Das ist auch für erfahrene Bereichsleiterinnen, Restaurantleiterinnen, Standortleiterinnen oder Geschäftsführerinnen relevant, nicht nur für Nachwuchsführungskräfte.
Ist ein spezielles Führungstraining für Frauen heute überhaupt noch sinnvoll?
Ja, wenn es richtig gemacht wird. Ein gutes Female-Leadership-Training sollte Frauen weder einreden, dass sie grundsätzlich anders führen, noch ihnen beibringen, männliche Führungsmuster zu kopieren. Der Wert eines solchen Formats liegt darin, Situationen bearbeiten zu können, in denen Führung und Geschlechtererwartungen tatsächlich miteinander kollidieren: Sichtbarkeit, Status, Macht, Netzwerke, Durchsetzung, Selbstpositionierung oder der Umgang mit widersprüchlichen Erwartungen. Gleichzeitig reicht ein Frauen-Training allein nicht, wenn organisationale Strukturen Frauen systematisch benachteiligen. Aktuelle Forschung zeigt beispielsweise, dass der „broken rung“ – also die schlechtere Beförderungsquote beim ersten Schritt ins Management – weiterhin besteht. Organisationen müssen deshalb ebenfalls an Auswahl, Beförderung, Sponsoring und Führungskultur arbeiten. Das macht eure Positionierung glaubwürdig: Wir wollen Frauen nicht für ein schlechtes System „reparieren“.
Für wen eignet sich das Training, nur für Frauen, die neu in Führung sind?
Nein. Genau das würde ich hier noch einmal bewusst beantworten. Das Training kann für Frauen an ganz unterschiedlichen Punkten ihrer Laufbahn sinnvoll sein: Nachwuchsführungskräfte, die sich auf ihre erste Rolle vorbereiten. Neue Führungskräfte, die Sicherheit und Klarheit gewinnen möchten. Team-, Projekt-, Filial-, Restaurant- oder Standortleiterinnen, die täglich operativ führen. Erfahrene Führungskräfte, die sich beispielsweise bei Präsenz, Durchsetzung, schwierigen Gesprächen oder Sichtbarkeit weiterentwickeln möchten. Und Senior Leaderinnen, die ihre Wirkung, ihren Einfluss oder ihren nächsten Karriereschritt bewusster gestalten wollen. Schwerpunkte und Übungen werden deshalb nicht nach einem Standardprogramm abgespult, sondern an Führungserfahrung, Rolle, Organisation und den realen Situationen der Teilnehmerinnen ausgerichtet.
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Gemeinsam entwickeln wir ein Format, das zu den tatsächlichen Führungssituationen Ihrer Teilnehmerinnen passt: Klarheit in der Rolle, souveräne Kommunikation, Präsenz, Durchsetzungsfähigkeit und ein Führungsstil, der zur eigenen Persönlichkeit passt.
✓ Als eigenständiges Inhouse-Training
✓ Für Nachwuchsführungskräfte und Frauen, die neu in Führung sind
✓ Für erfahrene Führungskräfte, die ihre Wirkung gezielt weiterentwickeln möchten
✓ Für Team-, Projekt-, Filial-, Restaurant- und Standortleiterinnen
✓ Als Baustein in Leadership-, Talent- oder Mentoringprogrammen
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